Benzinpreise um 1,45 Euro pro Liter lassen viele Autofahrer nach Kraftstoffalternativen Ausschau halten. Eine der sichersten und kostengünstigsten Alternativen zum Betanken des Automobiles ist Autogas.
Dieses Flüssiggas wird im internationalen Straßenverkehr mit GPL, aus dem französischen „gaz de pétrole liquéfié“, oder durch LPG, Englisch für „Liquified Petroleum Gas“, abgekürzt. Der klopffeste Ottokraftstoff wird bei einem Druck von fünf bis zehn Bar flüssig getankt. Die charakteristischen Bestandteile von Autogas sind die Flüssiggase Propan und Butan. Zwischen 105 und 115 beträgt die Oktanzahl des Kraftstoffes, je nach Butananteil.
Autogas verbrennt umweltfreundlicher als Benzin. Daher ist die Kohlenstoffdioxidbelastung im Vergleich zu Benzin 15 Prozent geringer. Jedoch verbrauchen im direkten Vergleich autogasbetriebene Fahrzeuge etwa 5 bis 20 Prozent mehr Kraftstoff als mit Benzin. Der Grund: Autogas besitzt eine geringere Dichte als Benzin und muss daher unter Druck getankt werden. In den meisten europäischen Mitgliedsstaaten ist Autogas bereits seit Jahren etabliert. In Deutschland wächst die Zahl der Fahrzeuge und Tankstellen enorm an. Der Grund liegt in der geringen Besteuerung: Nach dem Energiesteuergesetz wird Flüssiggas bis Ende 2018 mit 16,6 Cent pro Kilogramm versteuert. Daher kostet der Liter Autogas an den 3.606 bundesweit anbietenden Tankstellen zwischen 57 und 75 Cent, durchschnittlich aber 68 Cent pro getanktem Liter. Bis Ende 2008 sollen rund 4.700 Tankstellen in Deutschland Autogas anbieten. Zum Vergleich: In der Schweiz kann man momentan an 13 Autogastankstellen tanken. Weitere sieben sind geplant. Im weltweiten Verbrauch von Flüssiggas führt Südkorea mit 22 Prozent, gefolgt von Japan mit neun Prozent und die Türkei mit acht Prozent. Auch das Tanken von Autogas im Ausland ist teilweise billiger. Je nach Land bezahlt man 30 bis 64 Cent pro getanktem Liter.
Der Autogas Einbau ist relativ unkompliziert, Vorraussetzung aber ist ein Ottomotor. Die Umbaukosten belaufen sich auf etwa 1.400 bis 3.500 Euro, abhängig von der Zylinderzahl, der Leistung und der zu erreichenden Abgasnorm des Motors. Die neue Kraftstoffanlage wiegt rund 40 Kilogramm und kann auf verschiedenster Weise eingebaut werden: Zum einen kann der Tank in der Reserveradmulde, entspricht je nach Fahrzeugmodel etwa 34 bis 94 Liter, oder im Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 60 bis 200 Liter eingebaut werden. Aber auch Unterflurtanks, die außerhalb des Fahrzeuginnenraumes verbaut werden, sind möglich. Damit ergeben sich Reichweiten zwischen 350 und 1.000 Kilometern. Der herkömmliche Benzintank bleibt weiterhin erhalten, womit das Fahrzeug bivalent betrieben werden kann. In der Regel wird der Benzintank zum Starten, sowie für die ersten Kilometer genutzt. Anschließend kann manuell oder automatisch auf Flüssiggas umgeschaltet werden. Jederzeit sollte doch darauf geachtet werden, dass erst umgeschaltet wird, wenn der Motor die benötigte Betriebstemperatur erreicht hat, da sonst das Flüssiggas nicht optimal verbrannt werden kann. Ebenfalls sollten hohe Drehzahlen bei Flüssiggasbetrieb vermieden werden, da die entstehenden Verbrennungstemperaturen höher sind als bei dem herkömmlichen Benzinbetrieb und zu Motorschäden führe können.
Flüssiggas-Anlagen sind überwachungsbedürftig. Somit muss nach der Betriebssicherheitsverordnung die Anlage vor Inbetriebnahme und in regelmäßigen Abständen durch eine zugelassene Überwachungsstelle geprüft werden. Der Autogastank besteht lediglich aus einer 3,5 Millimeter starken Stahlwandung und ist für einen Betriebsdruck von maximal zehn Bar ausgelegt. Die Sicherheitsprüfung des TÜV schreibt einen Prüfdruck von 40 Bar vor. Weiterhin sorgen Sicherheitsventile in einem extremen Schadensfall für ein kontrolliertes Ablass des Treibstoffes. Auch bei enormen Hitzeeinwirkungen, wie bei einem Fahrzeugbrand, sorgen diese Ventile für ein gezieltes Abbrennen der Gasfüllung, um Explosionen zu verhindern.